Am Freitag, dem 28. Oktober um Punkt 12:00 Uhr, sorgte der evangelische Religionskurs der 10. Klasse für einen bewegenden Moment des stillen Gedenkens.

Ohne Ankündigung und ohne ein Wort zu verlieren, legten sich die Schülerinnen und Schüler im laufenden Religionsunterricht für 15 Minuten auf den Boden – eine Minute für jede Frau, die in Süd-Afrika statistisch gesehen täglich durch den Femizid ihr Leben verliert. Zunächst wirkte die Situation irritierend, erst im Anschluss erklärte die Klasse ihrem Lehrer, Gunnar Heuschkel, was hinter dieser spontanen Aktion stand: eine durch Social Media initiierte Aktion. Dies wurde von einer Gruppe von Frauen ins Leben gerufen, um dem Staat von Südafrika zu zeigen, dass dies ein gravierendes Problem ist. Sie teilte eine Petition, welche über eine Millionen Unterschriften generierte. Der Südafrikanische Staat erkannte nach dieser weltweiten Aktion den Femizid endlich als Katastrophe an. Die Jugendlichen wollten durch ihr kommentarloses Handeln bewusst „aufrütteln“ und zeigen, dass Schweigen manchmal stärker spricht als Worte. Diese Form der Gewalt ist ein globales und alltägliches Problem.

Femizide entstehen häufig aus tief verwurzelten Rollenbildern, ungleichen Machtverhältnissen und Partnerschaftsgewalt, die oft einer langen Vorgeschichte von Kontrolle, Einschüchterung oder Misshandlung vorausgeht. Dass sich Jugendliche mit einem so ernsten Thema beschäftigen und es sichtbar machen, zeigt, wie präsent gesellschaftliche Ungerechtigkeit in ihrem Alltag ist. Im evangelischen Religionsunterricht hat das Thema zudem einen besonderen Bezug: Die Vorstellung von der Gottgegebenheit der Würde jedes Menschen macht es zu einer hinzunehmen, sondern zentralen Aufgabe, Ungerechtigkeit nicht schweigend sich solidarisch und mutig dagegenzustellen. Die spontane sondern auch den Aktion berührte nicht nur die Mitschülerinnen und Mitschüler, unterrichtenden Lehrer, der den Moment so beschrieb: „Das ist die beste Unterrichtsunterbrechung, die wir je hatten Bedeutung hatte.“ – weil sie echte Mit ihrer stillen Geste setzte die Klasse an Frauen, den Femizid in Süd-Afrika und Mitgefühl und gesellschaftliches Bewusstsein haben. ein deutliches Zeichen gegen Gewalt erinnerte daran, dass Zivilcourage, auch im Schulalltag ihren Platz

G. Heuschkel