Vor rund 200 Gästen verwandelte sich das Lindentheater Frechen auch in diesem Jahr in einen Kinosaal der besonderen Art: Beim diesjährigen RESI-Filmfestival präsentierten die Projektkurse Film der Q1 unter der Leitung von Frau Schumacher und Herrn Gründler ihre selbst produzierten Kurzfilme – und bewiesen eindrucksvoll, wie viel Kreativität, Engagement und Teamgeist in einem Schuljahr entstehen können.
Ein besonderer Dank gilt Carsten und dem Team des Lindentheaters, die dem Abtei-Gymnasium seit vierzehn(!) Jahren die Möglichkeit bieten, die Filme in einem echten Kino zu präsentieren. Ebenso begrüßten wir unsere Fachjury, die mit ihrem professionellen Blick die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler bewertete, sowie die zahlreichen Familien, Freunde und Gäste, die diesen besonderen Abend gemeinsam mit uns feierten. Auch der Literaturkurs Film war vertreten und präsentierte seine Produktionen während der Jurypause.
Insgesamt 55 Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Schuljahr 25 Filme produziert – so viele wie noch nie zuvor. Hinter den fertigen Werken steckt ein intensiver kreativer Prozess: Zu Beginn standen filmische Grundlagen wie Einstellungsgrößen, Kameraperspektiven oder Framing auf dem Stundenplan. Schon bald entstanden die ersten Musikvideos, bevor die Schülerinnen und Schüler eigene Drehbücher entwickelten und lernten, Geschichten nach dem Prinzip „Show, don't tell“ zu erzählen.
Ein Höhepunkt des Jahres war der zweitägige Filmdreh im Ruhrgebiet, bei dem nicht nur zahlreiche Szenen entstanden, sondern auch Currywurst und Karaoke für unvergessliche Momente sorgten. In den Wochen danach wurde am Nachmittag oder teilweise auch bis spät in die Nacht weitergedreht, geschnitten, vertont und mit Color Grading an der perfekten Bildwirkung gearbeitet. Trotz aller Herausforderungen (Klausurphasen, Nebenjobs, Hitzewelle…) wuchsen die Filmteams zusammen und meisterten ihre Projekte mit beeindruckendem Einsatz.
Beim Festival wurden schließlich elf Kurzfilme präsentiert, die sich alle mit dem Genre Dystopie auseinandersetzten. Die Filme entführten das Publikum in mögliche Zukunftswelten und stellten spannende Fragen: Was wäre, wenn Musik verboten wäre? Wenn Erinnerungen nur gegen Bezahlung gespeichert werden könnten? Wenn Künstliche Intelligenz die Kontrolle übernähme? Oder wenn Fiktion plötzlich Wirklichkeit würde? Jede Produktion setzte diese Ideen auf ganz eigene Weise um und zeigte eindrucksvoll, wie vielfältig und kreativ das Thema interpretiert werden kann.
Am Ende des Abends war nicht nur die Jury gefragt: Auch das Publikum durfte seinen Lieblingsfilm wählen und so Teil des Festivals werden. Sieger der Herzen und somit Gewinner des Publikumspreises wurde die einzige Komödie des Abends mit dem Titel „Gehirntumor im Ruhrgebiet“, dieser Film wurde ebenfalls für seine gelungenen Dialoge ausgezeichnet. Weitere Preise wurden in den Kategorien „Kamera“ (The Last Harmony), „bewegte Kamera“ (Guide), „Schauspiel“ (Paradies) und Kostüm (Bountyhunter) verliehen. Den Jurypreis für den besten Film erhielt „Cut“, ein Film über Fiktion, die plötzlich zur bitteren Realität wird.
Das RESI-Filmfestival hat einmal mehr gezeigt, wie viel Leidenschaft, Kreativität und Ausdauer in den Projekten unserer Schülerinnen und Schüler steckt. Wir sind stolz auf die beeindruckenden Ergebnisse und bedanken uns bei allen Beteiligten, die diesen Abend möglich gemacht haben.
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste RESI-Filmfestival!
V. Schumacher