Ein ganz besonderer Workshop erwartete unsere Schülerinnen und Schüler der Q1: Der Schauspieler Julius D’Silva war zu Gast und brachte ihnen das Werk von William Shakespeare auf eindrucksvolle Weise in seinem Schauspielworkshop unter dem Motto „Gender and Identity in Shakespeare’s Work“ näher.

Über die Woche verteilt fanden insgesamt sechs Workshops für alle Englisch Grund- und Leistungskurse statt.

Dabei hatten es unsere Schülerinnen und Schüler mit einem echten Profi zu tun: D’Silva ist Schauspieler aus Leidenschaft und langjähriges Mitglied der renommierten Royal Shakespeare Company. In diesem Rahmen stand er unter anderem auf der Bühne des berühmten Globe Theatre in London. Darüber hinaus wirkte er in zahlreichen weiteren Theaterproduktionen und Musicals mit. Auch einem breiteren Publikum ist er bekannt, etwa durch seine Rolle in der preisgekrönten Netflix-Serie The Crown. Neben seiner schauspielerischen Tätigkeit ist er ein ausgewiesener Shakespeare-Experte, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, jungen Menschen die Werke und die Welt Shakespeares auf spannende Weise näherzubringen.

Im Zentrum des Workshops standen zentrale Themen und Motive aus Shakespeares Dramen sowie die intensive Auseinandersetzung mit einzelnen Figuren. Besonders im Fokus: das berühmte Stück Macbeth. Anhand ausgewählter Szenen – darunter die „Dagger Scene“ und das Zusammenspiel von Macbeth und Lady Macbeth – setzten sich die Schülerinnen und Schüler nicht nur mit Sprache und Inhalt auseinander, sondern auch mit Rollenbildern und Ausdrucksmöglichkeiten. 

Was diesen Workshop besonders machte, war seine konsequent interaktive Gestaltung. Von Beginn an waren alle aktiv eingebunden: Durch Warm-up-Übungen, szenisches Spiel und gezielte Sprechtechniken wurde die Stimme als zentrales Werkzeug entdeckt und erprobt. (Früher sagte man „Ich habe ein Theaterstück gehört!“) Die Doppelstunde war außerdem geprägt von Bewegung, Dynamik und kontinuierlicher Beteiligung – so standen sich im einem Moment Capulets und Montages in Verona gegenüber, im nächsten fragt sich ein von Traumata gezeichneter Macbeth, ob der Dolch, den er vor sich sieht, real ist oder seiner Fantasie entspringt. 

Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler sprechen eine klare Sprache: Der Workshop wurde als „unterhaltsam“, „lebendig“ und „erlebnisreich“ beschrieben. Besonders hervorgehoben wurde die Energie und Begeisterung von Julius D’Silva, die sich spürbar auf die Gruppe übertrug. Seine wertschätzende und motivierende Art schuf eine Atmosphäre, in der sich alle wohlfühlen konnten. Auch zurückhaltendere Teilnehmende wurden ermutigt, sich auszuprobieren und über sich hinauszuwachsen – ohne dabei unter Druck gesetzt zu werden.

Neben dem inhaltlichen Zugang zu Shakespeare nahmen viele Schülerinnen und Schüler vor allem eines mit: mehr Selbstvertrauen im eigenen Ausdruck. Der Workshop bot ihnen die Möglichkeit, die eigene Komfortzone zu verlassen, neue Erfahrungen zu sammeln und dabei gleichzeitig ihre kommunikativen und darstellerischen Fähigkeiten zu stärken. Dazu kommt, dass die Angst vor Shakespeares Werk und einem Englisch, dass dem heutigen manchmal nicht so sehr ähnelt, komplett abgebaut wurde. Die erste Hürde war schnell genommen und somit auch die Angst, was unseren Schülerinnen und Schülern hoffentlich tolle Lernerfahrungen in der Auseinandersetzung mit Dramen und Sonetten ermöglicht.

Insgesamt war der Workshop eine große Bereicherung für den Unterricht und eine willkommene Abwechslung zum Schulalltag. Die Begeisterung war so groß, dass sich viele eine Wiederholung ausdrücklich wünschen.

Für die Weiterarbeit zu Shakespeare gilt also für unseren Unterricht: „Screw your courage to the sticking-place, and we’ll not fail.“

V. Schumacher